EINKAUFSMANAGER-DATEN DEUTEN UNGEMACH AN

5.04.2016

Zwischen 9:45 und 10 Uhr kamen gerade die endgültigen Ergebnisse der Einkaufsmanagerindizes für den März auf den Tisch, und zwar für den Dienstleistungssektor. Dieser Bereich gewinnt ja Jahr um Jahr an Bedeutung für die Gesamtwirtschaft und ist daher nicht weniger richtungweisend für die Perspektiven der Wirtschaft als der Industriesektor. Die Ergebnisse wirkten auf den ersten Blick nicht dramatisch. Aber wer genau hinsieht, erkennt, dass sich da Probleme abzeichnen.

Für die Eurozone insgesamt lag das Ergebnis mit 53,1 Punkten immer noch in der Zone über 50 Punkten, die Wachstum indiziert – wenngleich nur moderat, denn:

Normalerweise ist man im Dienstleistungsbereich noch deutlich optimistischer als im Industriesektor. 53,1 Punkte sind da schon ein wenig dünn – es ist der niedrigste Stand seit Anfang 2015. Zwei Aspekte lassen da aber besonders aufmerken:

DIE SCHWACHEN LÄNDER WERDEN NOCH SCHWÄCHER

Zum einen ist der Dienstleistungsbereich in Frankreich in das Kontraktions-Terrain unter 50 Punkte gerutscht, zwar nur knapp (49,9 Punkte), aber damit hatte man nicht gerechnet. Und in Italien kam es zu einem deutlichen Rückschlag von 53,8 auf 51,2 Punkte. Nur in Spanien lag der Index noch solide im Wachstumsbereich. Das deutet an, dass die wachstumsschwächeren Länder tendenziell weiter nachgeben. Und das ist deswegen höchst unerfreulich, weil eigentlich ja die EZB wieder Feuer im Kessel hätte machen sollen.

Deren überraschend weitreichender Rundumschlag in der letzten Sitzung am 10. März war im Zuge dieser Umfrage unter den Einkaufsmanagern bereits erfolgt. Man hätte hoffen dürfen, dass zumindest ein psychologisch positiver Effekt entstehen würde. Aber offenbar glauben die meisten Einkaufsmanager nicht an einen nennenswerten Effekt der verstärkten Anleihekäufe bzw. der niedrigeren Leitzinsen bzw. können bislang noch keine Reaktion darauf im täglichen Geschäft ihres Unternehmens ausmachen.

Das ist ein Aspekt, auf den man ein Auge werfen muss, was wir für Sie natürlich auch regelmäßig tun werden. Der Chart-Vergleich des DAX zum Euro Stoxx 50 als Abbild für die gesamte Eurozone zeigt, dass Europa nach unten „zieht“ …und sollte sich auch in den Daten der kommenden Wochen andeuten, dass die EZB-Maßnahmen, die von vielen ja als „letzter Schuss“ im Ringen um das Erreichen des Inflationsziels und die Wiederbelebung des Wachstums gesehen werden, ihre Wirkung verfehlen, ist der Weg der Eurozone-Aktienmärkte nach unten wohl offen und die größeren Gewinne in diesem gerade begonnenen zweiten Quartal wären dann eben doch auf der Short-Seite zu holen.

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